
Voices Of The Underground
element - psychophenomenon
Die polnische 5er- Formation veröffentlichte 2003 ihren ersten Long-Player, welcher auf den Namen "PsychoPhenomenon" getauft wurde. Eigentlich denkt man sich nichts weiter bei dem Albumtitel, doch hört man in die Platte rein, so erhält "Psycho" eine ganz neue Bedeutung. ELEMENT versteht es, wirre Melodien so einzubetten, dass man sich am Anfang wie in einem falschen Film vorkommt und wortwörtlich fast auf den Psycho-Trip kommt.
Mit modernen Elementen beginnt das Intro "Tha Star Unknown" und führt gleich weiter bis zum ersten Song. Dort wird auch sofort losgebrettert und wird mit Andys Growl-Parts begleitet. Was einem hier besonders auffällt, ist die musikalische Professionalität, welche die Jungs an den Tag legen. Schon bald kommt man in den "Genuss" der oben erwähnten verrückt-machenden Melodien, welche Matt mit seinem Synther hinlegt. Klingt zu Beginn etwas unpassend und fügt sich kaum in die sonstige Melodie ein. Bei knapp einenhalb Minuten wird einem dann aber auch noch die andere Seite des Synthers gezeigt. Nämlich die verträumte, klassische Version.
Karusselartig geht's dann weiter mit Nummer drei. Sowohl Mid-Tempo-Passagen als auch Geboltere ist hier zu hören. Dieser Song klingt sicherlich eingängiger als sein Vorgänger. Doch auch "Sanctum" wird nicht von synthetischen Melos verschont. "Efreet" fängt mit einem arschgeilen Mid-Tempo an! Echt hörenswert! Auch die fast klar singende Stimme ist hier nicht zu verachten - auch wenn sie sicherlich noch ausbaufähig ist. Wenn man genau hinhört, erkennt man die Ähnlichkeit mit Catch22 der Death Metal Ikone Hypocrisy. Doch sobald man den Gedanken aufgefasst hat, verwischen wieder mal die komischklingenden Melos jegliches, normales Denken.
Kommen wir nun zum Titeltrack. Für mich mit Abstand der beste Song auf dem ganzen Album. Der ganze Song ist doomig aufgebaut und enthält weniger psychohafte Melodien. Dafür eine nach Heiserkeit klingende Stimme. Macht das ganze enorm speziell. Und auch die klassischen Melodien machen den Track fast zu einer Ballade - überaus gelungen! Der thrashige Riff des nächsten Songs wird mit einer Black Metal Stimme begleitet. Langsame Parts mit wunderschön, majestätischen Melodien gibt es auch noch zu bestaunen. Doch wie man es sich sicherlich bereits denken kann, folgt wieder ein neuer, nervös-machender Synther. Man fühlt sich irgendwie wie in einem Trickfilm - auf einer Verfolgungsjagd auf Zehenspitzen!
Der "normalste" Song auf PsychoPhenomenon nennt sich "Zealot". Durch eine klar singende Stimme Andys und zwischendurch Black Metal Gekrächze, erscheint der Mid-Tempo Track ziemlich melodiös und abwechslungsreich. Last but not least: Deamonopolis 2002. Highspeed Song mit Black Metal-Elementen. Wär auch für echte Schwarzmetaller sicherlich ein Schmackerl wert! Abrupt endet der letzte Song und somit auch die Reise durch verwirrend, nervös-machende Songs.
Was soll ich sagen .. Beim ersten Durchhören könnte man wirklich fast am Rad drehen. Doch hört man sich die Scheibe wieder und wieder an, so entfaltet sie ihre wahre Kunst. Ich persönlich spinne auf PsychoPhenomenon. Denn es gibt kaum eine neu-veröffentlichte Platte, welche so viel Abwechslung und Professionalität hinlegt, wie eben PsychoPhenomenon. Natürlich ist die Musik von ELEMENT nicht zum nebenbei anhören und zwischendurch kann man auch leicht zappelig werden - doch genau das scheint wohl die Anziehungskraft zum 2003- Album auszumachen, da sie eben KEIN 08/15 bietet. Entweder man hasst, oder liebt ELEMENT. Dazwischen gibt es nichts. Also, Entdeckungsfreudige Menschen sollten hier unbedingt mal reinhören!
Wertung: 9/10
